Mit einigen Tagen Abstand…

… zur Landtagswahl will ich jetzt doch ein paar Gedanken zu Papier bringen. Ich musste mich dieses Mal nicht einmal selbst bremsen, in der Emotion der ersten Stunden irgendetwas zu verfassen, was ich später gegebenenfalls wieder hätte löschen müssen. Nein, ich war so platt und getroffen, dass ich gar nichts hätte schreiben können. Vielleicht gleich zu Beginn, die 9,7 % und insbesondere das Ergebnis in München haben mich viel mehr getroffen, als ich es für möglich gehalten hätte. Ich kann mich noch an meine Tränen erinnen, als Gore irgendwann seine Niederlage gegen Bush eingestehen musste. Aber damals war ich Anfang 20, den Vereinigten Staaten in innigster Zuneigung verbunden, und überhaupt noch wenig vertraut mit wirklichen Lebenskatastrophen (das übrigens bis heute). Das war also richtig schlimm. Als Schröder, den ich – das sage ich noch heute – immer gerne mochte, 2005 so knapp gegen Merkel verlor, war ich wütend. Wütend, weil

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Gebührenfreie/ -reduzierte Kindertagesbetreuung in München

Lange haben wir für dieses Thema gekämpft und gearbeitet, heute haben Oberbürgermeister Dieter Reiter und Bürgermeisterin Christine Strobl auf einer Pressekonferenz die Pläne zur Entlastung der Münchner Familien ab dem 1. September 2019 vorgestellt. Die Entlastungen gerade für Familien mit mittleren Einkommen und Familien mit Krippenkindern sind profund. Die Abendzeitung fasst es hier sehr gelungen zusammen. Und auch der Beitrag in der Süddeutschen Zeitung ist sehr lesenswert. Allein der Antragsstellung ging fast ein ganzes Jahr an Überlegungen und Sondierungen voraus. Die Vorstellung, ein so großes Thema allein kommunal zu stemmen und zu finanzieren, hat manche am Anfang überfordert. Andere hatten auch inhaltliche Bedenken, da wir ja beim Thema Kindertagesbetreuung vor allem im Grundschulbereich noch erhebliche Versorgungslücken haben. Auch der Fachkräftemangel ist seit Jahren ein Problem. Diese unterschiedlichen Ansichten und Schwerpunktsetzungen haben wir dann mit erheblichem Aufwand und mit einer sehr engagierten Verwaltung aus dem Referat für Bildung und Sport innerhalb eines weiteren

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Erstes Mal Anstich

In meinem fünften Jahr im Stadtrat hab ich‘s heute das erste Mal zum Anstich geschafft. 😅 Einmal den Wahlkampf sich selbst überlassen und mit den Kolleginnen und Kollegen unserem Oberbürgermeister beim Anzapfen zugeschaut. Hat er ganz okay hinbekommen, wenn auch mit Textschwierigkeiten (jene auch nicht zum ersten Mal 😉). Ansonsten war es ganz lustig. Mir reicht ja eine halbe Maß, um so gut drauf zu sein, dass jeder denkt, ich hätte drei getrunken. Hier noch einige Fotos von heute und danach geh ich schlafen. Wiesn ist anstrengend. 😴 Ist ja nicht so, dass man alle Menschen mag, die einem so in der Ratsboxe begegnen. Aber die beiden mag ich wirklich gern. Unser Fraktionsvorsitzender Alexander schon bissi mit roten Wangen so um kurz vor 1. Anstrengend auf der Wiesn. Sehr. Aber schöne kurze Lederhose. 🤔😄 Ein irgendwie ziemlich verschmustes Selfie mit Gregor Gysi. 😱 Einer der Helden meiner Jugend und immer

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It’s only been 5 months… oder so.

Ja… so ist das: Ich nehme mir immer vor, mehr zu schreiben, und dann kommt das Leben dazwischen. Bin übrigens immer noch Sprecherin für IT, bedrohte Pinguine und unangenehme Organisationsveränderungen. Nicht, dass jemand auf die Idee kommen würde, Politik wäre ein Traumjob. Ist sie aber doch, gerade auf kommunaler Ebene. Wir haben einen guten Vorschlag zur deutlichen Senkung der Kinderbetreuungskosten in München eingebracht, beim Mieterschutz stellen der OB und die Kolleginnen und Kollegen im Planungsausschuss gerade eine kleine Revolution auf die Beine und auch sonst passt es schon, wenngleich der Zustand der SPD in Bund und Land und damit auch irgendwie in der Stadt besorgniserregend ist. Ich weiß auch nicht, ob Plakate kleben dagegen hilft. Eher nicht. Naja, versuchen müssen wir es trotzdem. Ansonsten sind ja unsere turbulenten Vorstandswahlen medial schon ausführlich beleuchtet worden. Dazu schreib ich jetzt auch nix weiter, außer: Ein 12:12 ist Ausdruck von Demokratie und einer

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Noch ein paar Worte zum Pinguin 🐧🐧🐧

Zuerst mal: Mir ist klar, dass ich hier schon sehr viel eher etwas hätte schreiben wollen/ sollen. Ich war aber der Erklärungen auch irgendwie müde, nicht zuletzt, weil ich das Gefühl hatte, dass die wenigsten an einer ehrlichen Debatte ein Interesse haben. Ich habe versucht, die persönlichen Anfeindungen („korrupte Quoten-Tussi“) nicht zu persönlich zu nehmen und will jetzt noch einmal kurz unsere heutige Entscheidung erläutern. Über einen Zeitraum von 6 Jahren werden wir 49,3 Mio. Euro investieren in eine einheitliche Windows-10-Landschaft für gut 30.000 Benutzerinnen und Benutzer. Hinzu kommen 6.000 MS-Office-Lizenzen in einer Virtualisierten Umgebung. Die Kosten gliedern sich auf in externe und interne Beratungs- und Arbeitsleistungen, technische Infrastruktur und Lizenzkosten. Letztere schlagen mit ca. einem Fünftel der Gesamtkosten zu Buche. Noch nicht in die Gesamtkosten inkludiert sind die Kosten für einen flächendeckenden MS-Office-Rollout und die Umwandlung von 12.000 Formularen und 320 Makros zurück in eine MS-Office-Umgebung. Auch Schulungskosten für

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Kurz

Irgendwie vergeht die Zeit so schnell. Oder sie geht nur an mir vorbei. So genau weiß ich das im Moment nicht. Ich hab ständig das Gefühl, nicht genug zu tun und vor allem nicht genug zu schaffen. Ganz besonders trifft das zu auf mein Studium. Und auf meine kleine Tochter. Die inzwischen schon in die Schule geht. Und so ein liebes und verständnisvolles Mädchen ist. Der ich ganz sicher oft nicht ausreichend gerecht werde, weil Politik mehr Zeit kostet, als eigentlich vereinbar ist mit einer Familie. Die aber trotzdem so dankbar ist für jeden Moment mit ihrer Mama, die mir nie Vorhaltungen macht, sondern einfach glücklich ist, wenn ich sie auch mal aus der Schule abhole. Manchmal kann ich sie  hören, wenn sie ihren Freundinnen erzählt, dass sie ja auch schon im Kindergarten immer als letzte abgeholt wurde, weil ihre Eltern so viel arbeiten müssen. Manchmal, nein oft, stimmt mich

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