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Probleme beim Auszählen im Münchner KVR – Update und Nachtrag

Irgendetwas lief da schief beim Auszählen der Erststimmen im Münchner KVR. Ich illustriere das hier mal für die SPD, denke aber, dass es bei den anderen Parteien zu ähnlichen Verschiebungen zwischen der Auszählung am Sonntag (vorläufiges Endergebnis) und den letztlich gestern an den Landeswahlleiter übermittelten Stimmen gekommen ist.

Für fast alle Kandidaten der Münchner SPD (außer Diana Stachowitz) ergaben sich nach der offensichtlich zweiten Auszählung der Erststimmen Verluste von mehreren hundert Erststimmen. Ich stelle mal die Veränderung von Montag früh auf Dienstag Abend in einer Tabelle (die ich zum Zusammenrechnen der Erst- und Zweitstimmen am Montag erstellt hatte; Nebenbemerkung: man sieht hier übrigens schön, dass die Stimmen bei Natascha Kohnen unverändert geblieben sind) dar:

 

Auch die Münchner SPD hatte am Ende der ersten Auszählung noch 13,6% der Stimmen. Hier ein entsprechender Hinweis aus dem Merkur Screenshot aus diesem Link:


 

Inzwischen hat die SPD in München nur noch 12,8%, was korreliert mit den vielen verlorenen Erststimmen von der ersten zur zweiten Auszählung der Erststimmen.

Als Fragen, die das KVR dringend beantworten sollte, bleiben:

Wie groß war und ist das Ausmaß der Computerprobleme am Wahlabend und in den Tagen danach?

Warum haben alle Münchner SPD Kandidaten bei der Übermittlung der Erststimmen an den Landeswahlleiter plötzlich deutlich weniger Erststimmen? Warum betrifft das Diana Stachowitz als einzige nicht?

Werden jetzt alle Stimmen angesichts des knappen Wahlausgangs im Stimmkreis Moosach (105) noch einmal ausgezählt?

Update (18/10/18)

Das Kreisverwaltungsreferat hat inzwischen in der heutigen Rathausumschau reagiert und zwar wie folgt:

Das Wahlamt arbeitet zusammen mit der städtischen IT an der Optimierung des Systems. Die Wahlkoffer wurden bereits bei der Bundestagswahl 2017 und beim Bürgerentscheid im November 2017 erfolgreich eingesetzt. Auch bei der Landtagswahl am Sonntag gab es bei der Ergebniserfassung mit dem Wahlkoffer keine Probleme. Etwaige Differenzen zwischen den beiden Schnellmeldungen an den Landeswahlleiter und dem amtlichen Endergebnis sind im Ablauf der Ergebnisermittlung nicht ungewöhnlich, sondern fester Bestandteil der Qualitätssicherung.

Ich lasse das mal unkommentiert. Diese Stellungnahme kann jede*r für sich bewerten.

Nachtrag (19/10/18)

Die Süddeutsche Zeitung hat das Thema aufgegriffen:

München schickte in der Wahlnacht nur geschätzte Zahlen

CSU will Landtagswahl teilweise neu auszählen lassen

Als Fazit bleibt: Fehler können passieren. Immer und überall. Aber wenn sie passieren, ist es klüger sie einzuräumen, als über Tage alles abzustreiten, dann alles kleinzureden, um dann doch irgendwann alles zugeben zu müssen.