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Nachtrag zur Altenhilfe

Ich glaube, ein paar Worte zur Altenhilfe in den Sozialbürgerhäusern würden den einen oder die andere noch interessieren. Deshalb jetzt und hier: Dominik Hutter von der Süddeutschen Zeitung hat ja unseren Antrag zur Altenhilfe recht ausführlich aufgegriffen (hier zum Nachlesen). Dabei habe ich dann zum ersten Mal in meinem politischen Leben gemerkt, dass man nicht jedes Zitat und jede indirekte Zuschreibung in der Hand hat, wenn man ausführlich mit einem Journalisten spricht. Jedenfalls kann ich nicht so geschliffen reden, dass mir am Ende nichts rausrutscht, was eventuell im Nachgang jemanden stört. Und natürlich liegt nicht in meiner Hand, wie der Journalist das Gesagte gewichtet und welche eigenen Schlüsse er zieht. Insgesamt finde ich den Artikel trotzdem gut gelungen.

Ich fände es schade, wenn dieser Beitrag zur Debatte als Angriff auf die Arbeit der Bezirkssozialarbeit gesehen würde. Das war bestimmt nicht meine Intention. Vielmehr ist es der Versuch, die Diskussion um die Spezialisierung der Sozialarbeit in München wieder zu beleben. Es geht mir nur darum, dass ältere Menschen bestmöglich beraten, unterstützt und versorgt werden. Dass sie in Würde leben können, trotz steigender Mieten und zunehmender Vereinsamung. Um dies zu gewährleisten, sehe ich die Notwendigkeit eines Fachdienstes. Andere sehen das anders und haben jedes Recht dazu. Aber eine Diskussion muss möglich sein.

Nachdem ich ja im Antrag und auch im Artikel der SZ von zurückgehenden Zahlen in der Arbeit mit älteren Menschen spreche, möchte ich hier der Transparenz halber meine Quelle offen legen. Es sind die Geschäftsberichte des Sozialreferats, die jährlich dem Stadtrat vorgelegt werden. Hier die Zahlen der vergangenen fünf Jahre (2014 liegt dem Stadtrat noch nicht vor):

Bezirkssozialarbeit: Arbeit mit Haushalten mit Älteren

2013: 2.762 (Geschäftsbericht 2013)
2012: 3.222 (Geschäftsbericht 2012)
2011: 3.028 (Geschäftsbericht 2011)
2010: 3.153 (Geschäftsbericht 2010)
2009: 3.476 (Geschäftsbericht 2009)

Seit 2009 ergibt sich ein Rückgang von knapp 26 %. Ich finde das angesichts einer zunehmenden Zahl von Menschen über 80 Jahren und der steigenden Altersarmut besorgniserregend.

Weniger Ideologie und mehr Mut zu Veränderungen würden uns richtig gut tun. ich bestehe gar nicht darauf, den richtigen Weg zu kennen. Aber ich möchte mit diskutieren. Dafür bin ich in den Stadtrat gegangen. Insofern hoffe ich, dass die Diskussion jetzt anfängt.

Pause + Fachdienst für ältere Menschen

Ich hatte diese Woche ein paar Tage Urlaub. Leider ging die freie Zeit viel zu schnell vorbei. Und gesundheitlich war ich bis Mitte der Woche auch angeschlagen. Trotzdem gab es drei Mama-Tochter-Tage. Wir waren im Indoorspielplatz, bei der Vorsorge beim Kinderarzt, in der Stadt zum Bummeln und Einkaufen, im Eisladen und morgen besuchen wir noch unsere besten Kindergartenfreunde. Dazwischen gab es zwar ein paar kleinere politische Telefonate und einen unerfreulichen Abend in meinem AWO-Ortsverein, aber alles in allem war es eine ruhige und erholsame Woche. Um ehrlich zu sein, verstehe ich, was manche Menschen an einem Sabbatical reizt. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, mal ein paar Wochen oder Monate aus dem Alltag auszusteigen und alles zu tun, wofür sonst neben Arbeit und Politik keine Zeit bleibt.

Am Montag geht es dann wieder los. Da kommt unser Antrag (gemeinsam mit Constanze Söllner-Schaar und Christian Müller) zur Bildung eines Fachdienstes für ältere Menschen in den Sozialbürgerhäusern. Seit Jahren ist die Schaffung eines solchen spezialisierten Dienstes eines meiner Kernanliegen. Mir ist klar, dass so einige das anders sehen und lieber an der Bezirkssozialarbeit in ihrem heutigen Zuschnitt als Dienst für alle von jung bis alt festhalten würden. Ich bin dennoch sehr froh und absolut davon überzeugt, dass dieser Antrag nun ein Schritt ist zu einer noch besseren Beratung und Versorgung älterer Menschen in sozialen und wirtschaftlichen Notlagen durch die Sozialbürgerhäuser. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass so eine Neuorganisation mit sehr viel Aufwand verbunden ist und nicht ohne Widerstand von statten gehen wird. Deshalb müssen die von der Organisationsveränderung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Konzepterarbeitung des neuen Dienstes umfassend beteiligt werden. Trotzdem bin ich überzeugt, dass es für viele ältere Menschen künftig leichter sein wird, die richtige Anlaufstelle und die passende Beratung sowie Unterstützung für ihre Anliegen zu finden.